Neuernennung für Pfarrer Kemper

Liebe Gemeindemitglieder,

heute muss ich Ihnen etwas mitteilen, was für die Pfarrei eine Veränderung bedeutet, für mich persönlich hingegen ein tiefer biographischer Einschnitt ist. Nach elf Jahren in denen ich für Sie als Pfarrer da sein durfte und nach 22 Jahren in denen ich in dieser schönen Region leben konnte, wird mich unser Bischof nun zum neuen Propst von Recklinghausen und Kreisdechanten für den Kreis Recklinghausen ernennen. Dies kam für mich, muss ich gestehen, aus verschiedenen Gründen völlig überraschend.
Zum einen ist der Zeitpunkt für einen Wechsel aus Oelder Sicht sicherlich nicht der Günstigste, zum anderen habe ich nicht damit gerechnet, dass ich eine so wichtige Aufgabe für meine Geburtsstadt übernehmen darf. Das Letzte erfüllt mich schon mit Freude (und auch ein bisschen Stolz). Das Erste hat zu intensiven Überlegungen angeregt, weshalb ich mit der Bistumsleitung eine Reihe klärender und guter Gespräche geführt habe, die nicht nur meinen Wechsel in eine neue Position und erweiterten Verantwortungsbereich betroffen haben, sondern vor allem auch die pastorale Situation für Oelde in den Blick genommen hat.

Denn mit dem Wechsel von Kaplan Belting und mit Schwester Therese wird sich die Pfarrei innerhalb eines überschaubaren Zeitraumes auch an einen neuen Pfarrer gewöhnen müssen. Ein wichtiges Anliegen war mir gleichfalls, dass Tobias Eilert in den so wichtigen Monates seines Diakonates keine großen Beeinträchtigungen erfährt. Alle diese Punkte hat die Bistumsleitung geteilt, so dass unter Abwägung der verschiedenen Aspekte der Wechsel nun für den Januar 2022 ansteht. Somit scheint uns gewährleistet, dass sich der neue Kaplan Sebastian Frye gut einleben kann, Tobias Eilert im Diakonat durch eine vertraute Person in Kontinuität begleitet wird, die verschiedenen größeren Projekte der Kirchengemeinde nicht unbegleitet sind und der Wechsel zu einem guten Übergang führt, der Hand in Hand gestaltet wird. Denn der neue Pfarrer, mein Nachfolger, wird sich sehr wahrscheinlich bereits in den Sommermonaten unseren verantwortlichen Gremien vorstellen und damit auch der Pfarrei öffentlich bekannt gemacht werden.  

Natürlich werde ich bis zum Wechsel in gewohnter Weise für Sie da bleiben. Wir werden auch nicht ein halbes Jahr Abschied nehmen, sondern uns in der Pfarrei den möglichen Herausforderungen mit und nach Corona weiterhin stellen und unsere Projekte aktiv begleiten.

Als einen möglichen Termin meines Abschiedes habe ich persönlich schon einmal den 9. Januar als Vorschlag anvisiert. An diesem Tag könnten wir, wenn Corona es zulässt, zum Neujahrsempfang einladen, bei dem ich mich gleichzeitig bedanken und verabschieden würde. Somit wäre zudem eine wichtige Erfahrung unseres Lebens in den Blick genommen, dass in jedem Abschied zugleich ein Neubeginn liegt. Und Hermann Hesse bescheinigt uns allen ja in eines seiner schönsten Gedichte: „Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft zu leben.“