Impuls für den Alltag

Impuls für den 15.12. - 3. Advent

Die Menschen kamen zu Johannes und fragten: „Was sollen wirtun?“ (Lk 3, 10). Johannes' Antwort war klar und deutlich: „Werzwei Gewänder hat, der gebe eines davon dem, der keines hat, undwer zu essen hat, der handle ebenso. Zu den Zöllnern hat er gesagt:Verlangt nicht mehr, als festgesetzt ist. Zu den Soldaten sagte erMisshandelt niemand, erpresst niemand, begnügt euch mit euremSold!Vier Kerzen brannten am Adventskranz. Es war still. So still, dassman hörte, wie die Kerzen zu reden begannen. Die erste Kerze seufzteund sagte: „Ich heiße FRIEDEN. Mein Licht leuchtet, aber dieMenschen halten keinen Frieden. Sie wollen mich nicht.“ Ihr Lichtwurde immer kleiner und verlosch schließlich ganz.Die zweite Kerze flackerte und sagte: „Ich heiße GLAUBEN.Aber ich bin überflüssig. Die Menschen wollen von Gott nichtswissen. Es hat keinen Sinn mehr, dass ich brenne.“ Ein Luftzug wehtedurch den Raum, und die Kerze war aus.Leise und sehr traurig meldete sich die dritte Kerze zu Wort: „Ichheiße LIEBE. Ich habe keine Kraft mehr zu brennen. Die Menschenstellen mich an die Seite. Sie sehen nur sich selbst und nicht dieanderen, die sie lieb haben sollen.“ Und mit einem letzten Aufflackernwar auch dieses Licht ausgelöscht.Da kam ein Kind in den Raum. Es schaute die Kerzen an undsagte: „Aber ihr sollt doch brennen und nicht aus sein!“ Da meldetesich die vierte Kerze zu Wort. Sie sagte: „Hab keine Angst. So langeich brenne, können wir auch die anderen Kerzen wieder anzünden. Ichheiße HOFFNUNG.“ Mit einem kleinen Holz nahm das Kind Licht von dieser Kerze und erweckte die anderen Lichter Frieden, Glaubenund die Liebe wieder zu Leben.Auf die Frage „Was sollen wir tun?“ ist uns die Antwort klar. Dasist nicht mit der Nahrung der Kleidung etwas zu tun. Sondern es gehthier letztlich um den Alltag. Beispielweise: Liebe zwischen Mann undFrau, Liebe zwischen Eltern und Kinder; Frieden zwischen Familienund Verwandten; fester Glaube in der Gesellschaft, Hoffnung unterJugendlichen und Erwachsenen. Diese müssen wir wieder finden.Liebe Gemeinde! Je mehr wir für andere brennen, umso heller wird esin uns selbst. Ich glaube, bei vielen Menschen ist es nur deswegendüster, weil sie sich scheuen, anderen ein Licht zu sein. Ein einzigesLicht, das brennt, ist mehr wert als alle Dunkelheit der Welt.

Pater Tomy