Was gibt's denn da zu feiern?

In der katholischen Kirche gibt es viele Fest- und Feiertage. Mal haben diese fröhlichen Charakter, mal steht vor allem das Gedenken im Vordergrund. Wir haben mal eine kleine Auswahl gewagt und die Tage mit wenigen Sätzen zu erklären versucht.

Der Advent (lat. adventus Domini = Ankunft des Herrn) beginnt bereits am vierten Sonntag vor Weihnachten. In dieser Zeit bereitet sich die Christenheit auf Weihnachten, das Fest der Geburt Jesu Christi, vor. Der Advent erinnert auch daran, dass die Christen das zweite Kommen Jesu Christi erwarten sollen. Mit dem ersten Adventssonntag beginnt auch das neue Kirchenjahr. Zum Brauchtum in dieser vorweihnachtlichen Bußzeit gehört der Adventskranz, an dem Sonntag für Sonntag eine Kerze mehr entzündet wird.

Weihnachten (von althochdt. wîh = heilig) ist das christliche Fest der Menschwerdung Gottes, Jesu Geburt. Mit Ostern und Pfingsten zählt es zu den drei höchsten Festen des Kirchenjahres.

Haupttag ist der 25. Dezember. Der Heilige Abend am 24. Dezember ist der Vorabend von Weihnachten, an dem traditionell die Christmette gefeiert wird. Laut Neuem Testament wurde Jesus nachts geboren. So wird als Mette ein nächtlicher oder frühmorgendlicher Gottesdienst bezeichnet (lat. Matutina = Morgenstunde).

Die Weihnachtszeit reicht bis zum Sonntag nach dem 6. Januar, bis Lichtmess klingt sie nach. Zum Brauchtum zählen Kinderbescherung (ursprünglich an Nikolaus), Krippenspiele und der Weihnachtsbaum.

Epiphanias, das Fest der Erscheinung des Herrn, ist der Name des am 6. Januar begangenen christlichen Festes. Im Volksmund ist es als Dreikönigsfest bekannt. Die Ostkirche feiert an diesem Tag die Geburt Jesu, die abendländische Kirche die Anbetung durch die bei Matthäus erwähnten Weisen aus dem Morgenland, die Taufe Jesu im Jordan (heute eigenes Fest) und das erste Wunder bei der Hochzeit zu Kana.

In katholischer Tradition werden die Krippenfiguren um die drei Weisen ergänzt. Die als Heilige Drei Könige verkleideten Sternsinger bringen den Segen von Haus zu Haus und sammeln Spenden für Kinder in Not.

Als Fastenzeit werden die sieben Wochen vor Ostern bezeichnet. Sie erinnert an das 40-tägige Fasten Jesu in der Wüste zur Vorbereitung seines öffentlichen Wirkens. Sie beginnt am Aschermittwoch und endet am Palmsonntag. Die Sonntage sind vom Fasten ausgenommen. Die Zeit von Palmsonntag bis Karsamstag ist die Karwoche. Gebotene Fasttage sind Aschermittwoch und Karfreitag. Viele Katholiken gestalten die Zeit individuell und entsagen Genussmitteln oder schränken bewusst alltäg-liche Gewohnheiten ein. Dies soll eine Rückbesinnung auf Glauben und Werte bewirken.

Der Palmsonntag ist der Sonntag vor Ostern, an dem des Einzugs Jesu in Jerusalem gedacht wird, als er auf dem Esel in die Stadt ritt und ihm mit Palmwedeln und dem Ruf „Hosanna dem Sohne Davids“ gehuldigt wurde. Die Palme war von alters her das Symbol der Unabhängigkeit Israels, somit für die Römer eine Provokation. Der Palmesel war Symbol des gewaltlosen Friedenskönigs und der Bescheidenheit. In der Palmprozession werden bunte Palmzweige (Buchsbaum) als Zeichen für Leben und Sieg getragen, gesegnet und daheim ans Kruzifix gesteckt.

Gründonnerstag (Greinen = Wehklagen) ist seit dem 12. Jh. die volkstümliche Bezeichnung für den Tag, an dem nach christlicher Überlieferung das letzte Abendmahl stattgefunden hat und Jesus von Nazareth den versammelten Jüngern die Feier des Abendmahls für künftige Zeiten zu seinem Gedächtnis aufgetragen hat. Wegen des nahenden Todes Jesu ist er ein Trauertag und gestattet keine Prachtentfaltung, obwohl er besonderen liturgischen Rang hat. Es wird der Anfang des christlichen Glaubens gefeiert, denn in Form von Brot und Wein wurde Jesus selbst aufgenommen. Während des Glorias läuten alle Glocken. Danach schweigen Glocken und Orgel bis zum Gloria der Osternacht. Nach der Messe wird der „Leib Christi“ an einen Seitenaltar gebracht. Alle anderen Altäre werden abgedeckt. Dies soll die Trauer symbolisieren und konkret an eine Überlieferung erinnern, wonach Jesus die Kleider vom Leib gerissen wurden. Nachher findet in Anlehnung an die Nachtwache der Jünger am Ölberg ebenso eine statt.

Am Karfreitag (von althochdt. kara = Klage, Kummer, Trauer) wird der Kreuzigung Jesu gedacht. Er ist eingebunden in die Dreitagefeier von Leiden, Tod und Auferstehung des Herrn, das Triduum Sacrum. Diese beginnt am Gründonnerstag und endet am Karsamstag in der Osternacht. Die Liturgie vom Leiden und Sterben des Herrn beginnt meist gegen 15 Uhr, zur überlieferten Todesstunde Jesu. Der Wortgottesdienst beginnt mit einer Zeit des Schweigens. Es folgen u.a. die Leidensgeschichte (Passion), die großen Fürbitten und die Kreuzverehrung.

Die Osternacht, die Nacht vom Karsamstag zum Ostersonntag, ist eine Nacht der Wache zum Gedenken der Auferstehung Jesu  Christi von den Toten und damit die Nacht des Durchgangs aus dem Tod ins Leben. Sie ist Höhepunkt der Dreitagefeier und umfasst vier Teile: Lichtfeier, Wortgottesdienst, Tauffeier, Eucharistie. Die Lichtfeier beginnt vor der Kirche am Osterfeuer, an dem die Osterkerze entzündet wird. Angeführt von der Osterkerze ziehen die Gläubigen in die dunkle Kirche ein. Dabei wird das Licht auf alle Kerzen verteilt. Es folgen Osterlob und Lesungen (Zug der Israeliten durch das Rote Meer aus der Sklaverei Ägyptens in die Freiheit). Dann wird bei Orgelspiel und Läuten aller Glocken und Schellen das Gloria gesungen. Es ist das erste Mal seit Gründonnerstag, dass diese ertönen. Das Halleluja ertönt dann erstmals seit Aschermittwoch. Es folgt die Verkündigung des Evangeliums von der Auferstehung des Herrn. Daran schließt sich unmittelbar die Tauffeier an, die mit der Allerheiligenlitanei eröffnet wird. In ihr wird das Taufwasser geweiht. In die Taufliturgie werden alle Gläubigen einbezogen: Sie erneuern ihr Taufbekenntnis. Den Höhepunkt der Osternacht bildet die Eucharistiefeier

Zu Ostern feiern die Christen die Auferstehung Jesu Christi vom Tod am Kreuz, wie sie im Neuen Testament bezeugt und verkündet wird. Diese geschah nach urchristlicher Glaubensüberzeugung „am dritten Tag“ nach seinem Tod, wobei der Todestag als erster Tag zählte: also an dem Karfreitag folgenden Ostersonntag. Ostern ist das wichtigste Fest der Christen, das die Freude über den Sieg des Sohnes Gottes über den Tod ausdrückt. Auf Ostern folgt eine 50-tägige Festzeit bis Pfingsten. Ostern zählt zu den beweglichen Festen, deren Datum jedes Jahr anders ist. Alle beweglichen christlichen Feiertage werden vom Ostersonntag aus berechnet. Ostersonntag ist der erste Sonntag nach dem ersten Vollmond im Frühling. Die Vollmondregel garantiert, dass es am Karfreitag keine Sonnen-finsternis geben kann. Das Osterdatum wurde 325 auf dem Konzil von Nizäa festgelegt. Ostern leitet sich vom jüdischen Passahfest ab, mit dem der Auszug der Israeliten aus Ägypten gefeiert wird. Bräuche wie Osterhase, Osterei und Osterfeuer sind volkstümlichen Ursprungs.

„Er ist am dritten Tag auferstanden nach der Schrift und aufgefahren in den Himmel. Er sitzt zur Rechten des Vaters und wird wiederkommen in Herrlichkeit zu richten die Lebenden und die Toten. Seiner Herrschaft wird kein Ende sein.“

Christi Himmelfahrt bezeichnet die Rückkehr des Jesus von Nazareth zu seinem Vater in den Himmel. Das Hochfest wird 40 Tage nach Ostern und zehn Tage vor Pfingsten gefeiert und ist immer an einem Donnerstag. Der früheste Termin ist der 30. April, der späteste der 3. Juni. Dem Neuen Testament nach habe der auferstandene Christus sich 40 Tage nach seinem Tod vor seinen Jüngern gezeigt (Emmaus, „Ungläubiger Thomas“) und sei dann zur Rechten Gottes erhoben worden (Platz rechts vom Hausherrn gebührte seit jeher dem Thronfolger oder dem Ehrengast).

Pfingsten (griech. pentekoste = der 50. Tag) bezeichnet das Fest am 50. Tag nach Ostern (dabei wird Ostersonntag als erster Tag gezählt), das entspricht dem zehnten Tag nach Christi Himmelfahrt. Seine theologischen Eckpfeiler sind die Entsendung des Heiligen Geistes an die Apostel, wie sie im Neuen Testament beschrieben ist, und die offizielle Gründung der Kirche. Pfingsten ist sowohl ein kirchliches Hochfest, das Pfingstsonntag und -montag begangen wird, als auch der feierliche Abschluss der Osterzeit. Liturgische Besonderheit ist der Gesang der Pfingstsequenz „Veni, Sancte Spiritus“ (Komm, Heiliger Geist). Als „Pfingstwunder“ bezeichnet man die Fähigkeit der Jünger, in allen Sprachen zu sprechen. Damit wurde aus christlicher Sicht die babylonische Sprachverwirrung aufgehoben, mit der Gott die Menschen für den Turmbau zu Babel bestraft hatte. Theologisch steht dies für die Mission der Kirche, alle Menschen unabhängig von ihrer Nationalität und Ethnizität anzusprechen.

An Fronleichnam (Fronliknam = Leib des Herrn), dem Hochfest des Leibes und Blutes Christi, wird die Einsetzung des Sakraments der Eucharistie gefeiert. Es wird am zweiten Donnerstag nach Pfingsten begangen (frühestens am 21. Mai, spätestens am 24. Juni). Der Termin knüpft an Gründonnerstag an. An die Messe schließt sich der Brauch der Prozession an, bei der die Gläubigen die Monstranz mit dem Allerheiligsten im Festzug mit Baldachin, Weihrauch, Schellen, Gesang, gestreuten Blumen zu vier geschmückten Außenaltären (vier Himmelsrichtungen, vier Evangelisten Johannes, Lukas, Markus, Matthäus) begleiten. Dort wird eine Statio mit Evangelienlesung, Fürbitten und sakramentaler Segnung der Gläubigen und des Ortes gehalten. Die Prozession ist keine Demonstration oder Präsentation. Sie soll eine Bestärkung für die Gläubigen sein, in der Überzeugung, dass sie mit Jesus unterwegs sind. Zugleich bitten sie Jesus um seinen Segen für die Wege des Lebens

Allerheiligen gilt dem Gedächtnis aller Heiligen, also nicht nur derer, die heiliggesprochen wurden, sondern auch derer, „um deren Heiligkeit niemand weiß als Gott“. An Allerseelen, dem Tag nach Allerheiligen, wird der Verstorbenen gedacht. Das Brauchtum hat sich teilweise auch auf den Nachmittag des Feiertags verlagert.

Am letzten Sonntag im Jahreskreis betont es die wahre Königsherrschaft Christi. In der Zeit des Nationalsozialismus setzten katholische Jugendverbände an diesem Fest Zeichen gegen den Führerkult der NS-Ideologie.